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Putze

Sto AG, D-79778 Stühlingen
Sto AG
Im Innenraum müssen Putze eine möglichst ebene Oberfläche bilden, und ein guter Untergrund für Anstriche oder Verkleidungen wie Tapeten oder Fliesenbeläge sein. Darüber hinaus sollen sie feuchtigkeitsregulierend wirken und außerdem möglichst den Schall- sowie Brandschutz verbessern.
  
 
Innenputz wird als konventioneller Putz oder als Trockenputz ausgeführt. In der Regel besteht normaler Innenputz aus drei Lagen, dem Spritzbewurf zur besseren Putzhaftung sowie dem Unter- und dem Oberputz. Durch den mehrschichtigen Putzaufbau sollen Schwindrisse vermieden werden, die sich während des Trocknungsvorganges bilden könenn.

Im gesamten Wohninnenbereich werden am häufigsten Gips- und Kalk-Gipsputze verwendet. Diese Putzstoffe binden schnell ab und lassen sich gegenüber Zementputzstoffen glatter auftragen. Innenputz wird als konventioneller Putz oder als Trockenputz ausgeführt.

Für den Hobbyhandwerker haben sich Gipskartonplatten bewährt, die relativ problemlos zu montieren sind. Die Platten lassen sich streichen, tapezieren und auch mit Kunststoffputz gestalten.

Putzarbeiten sind generell nach der Fertigstellung der Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallation, aber noch vor Beginn der Estricharbeiten auszuführen.

 
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Putze

 

 

 

Schutzmaßnahmen

Putze sind an den Außenkanten durch Einlegen von Eckschutzleisten aus Kunststoff oder Metall gegen leichte mechanische Belastung zu schützen, bei starken mechanischen Belastungen sind gesonderte Schutzkonstruktionen vor der Fassade oder Eckschutzwinkel aufzubringen. Im Randbereich bei Fugen oder am Ende der Putzfläche (Materialstoß) sind Abschlussprofile, gegebenenfalls mit Dehnungsausgleich, als Fugengrund für dauerelastische oder plastische Verfugungen, mit Tropfblechen etc. zu planen.

 

Herstellung

Die Herstellung unterscheidet sich naturgemäß nach Putzweise, Mörtelart und Anwendungsort (innen, außen, Decke, Wand), wobei jedoch folgende prinzipiellen Abläufe sich wiederholen.

a.)                 Herstellen des Putzgrundes:

So nicht direkt die bereits vorhandene Decke oder Wand der Putzgrund ist, sind Putzträger (z.B.. auf Stahl- oder Holzbauteilen) aufzubringen und gut mechanisch zu befestigen, Putzträger müssen einen vollflächigen Putzgrund ohne Löcher, Risse oder Fugen darstellen. Putzträger aus Dämmstoffen, die mitgemauert oder mitbetoniert wurden, sind hinsichtlich ihrer Verankerung im Baugrund zu überprüfen.

b.)                 Vorbehandeln des Putzgrundes:

Schalöl und andere Verunreinigungen sind zu entfernen, Schlitze und Löcher zu schließen und die Ränder gegebenenfalls zu bandagieren (Rissbewehrung), grobe Unebenheiten sind abzuschlagen oder aufzufüllen. Glatte Flächen werden aufgeraut, saugende Flächen werden genässt, sandende Flächen werden gebunden. Dazu werden Voranstriche (Haftvermittler, Tiefengrund) oder Vorspritzer verwendet.

c.)                 Aufbringen des Putzsystems

c1.)       Dünnputzsysteme und Vollwärmeschutz, sind genau von den jeweiligen Herstellern abgestimmte Systeme mit unterschiedlichem Aufbau, denen aber gemeinsam ist, dass eine Grundschicht (Grobputz oder Spachtelung) ev. gemeinsam mit einer vollflächigen Bewehrung (Glasgewebe, Glasseidengitter) aufgebracht wird, auf die wiederum eine oberflächenbildende Deckschicht (Feinputz, meist durchgefärbt, Edelputz) aufgebracht wird.

c2.)       mehrlagiger Putz

Vorspritzer, jeder mehrlagige Putz kann für die Haftvermittlung und zur Beibehaltung des Wasser/Bindemittelgefüges mit einem Vorspritz versehen werden, der Bestandteil des Putzsystems ist und hinsichtlich der verwendeten Mörtelart natürlich auf das Putzsystem abzustimmen ist.

Grobputz, dient dem Erzielen einer ebenen Fläche und der Gliederung des Putzes, darf pro Lage eine Dicke von 0,8 cm nicht unterschreiten, eine Dicke von 4 cm nicht überschreiten, und ist bei Dicken darüber eher zu meiden bzw. jedenfalls mehrlagig auszuführen. Grobputz kann auch durch geeignete Zuschläge wärmedämmend ausgeführt werden. Zum Aufbringen des Grobputzes ist erst zu fluchten (Einmessen und Einrichten eines Schnurrasters), anschließend werden Lehrköpfe (Platten mit ca. 15cm DN) gesetzt, die wiederum zu Leisten ausgearbeitet werden, an denen dann der angeworfene Grobputz abgezogen wird. An Kanten werden Richtlatten verwendet oder Putzwinkel gesetzt. Putzformen werden mittels Schablonen gezogen. Zur Hintanhaltung von Schwindrissen muss der Grobputz durch Abdecken bzw. Anfeuchten feucht gehalten werden.

Feinputz bildet die eigentliche Oberfläche und kann erst nach dem Abbinden des Grobputzes aufgebracht werden. Die Korngröße ist entsprechend der Schichtdicke (3-8mm) geringer als beim Grobputz, er wird angeworfen oder aufgespritzt, abgezogen und verrieben oder geglättet.

c3.)       einlagiger Putz

Maschinenputz

Heutzutage im Innenbereich die weitverbreitetste Herstellungsmethode, e4rfordert aber eine entsprechende Baustelleneinrichtung. In Silos oder Mischanlagen wird eine werkseitige Mörtelmischung gelagert bzw., angerührt und durch Pumpen über Schlauchleitungen zum Einbauort gebracht und an die Wand oder Decke gespritzt, abgezogen und verrieben/geglättet. Auch hier werden gegebenenfalls Voranstriche bzw. Vorspritzer verarbeitet, das Abziehen erfolgt an Putzlehren aus Maschinenmörtel oder an Metall- oder Holzleisten. Einlagige Putze haben typischerweise an der Wand Stärken von 1,5 cm (mind. 10mm) und an der Decke 10 mm (mind. 5mm), der Untergrund muss eine entsprechende Ebenheit aufweisen oder die Oberfläche wird nicht eben sein können.

Dünnputze

(mind. 2mm, bis 5mm) werden wie Feinputze aufgebracht und sind nur auf entsprechend ebenen Untergründen verwendbar (Stahlbeton mit geeigneter Schalungsqualität),

 

Mörtelarten

Grundsätzlich sind bei den Mörteln seitens der Planung nicht nur die Herstellungsart und die Putzweise, sowie die Mörtelart anzugeben, sondern immer auch die entsprechenden Korngrößen, da sie unabdingbarer für Mörtel und Putzweise sind.

Verwendete Werkstoffe sind Sande mit mineralischen Bindemitteln (hydraulische oder Anhydritbinder: Zement, Gips, Kalk und Mischsysteme dieser Bindemittel) oder mit Silikaten oder Kunstharzen als Bindemittel.

Gipsmörtel oder gipshältige Mörtel

Harte Oberfläche, rasches Abbinden und aufgrund des Anhydritbinders kein Schwinden, daher keine Schwindrisse, nicht feuchtigkeitsbeständig und im Außenbereich nicht, im Nassraumbereich nur bedingt zu verwenden. Gips reagiert mit Eisen, Stahleinbauten sind also durch Schutzanstriche zu schützen. Gipsmörtel weisen gute Eigenschaften zur maschinellen Verarbeitung auf (zähplastisch, wenig Entmischung, Dauer des plastischen Zustandes durch Zusätze steuerbar).

Reiner Gipsputzmörtel für Stuckaturarbeiten oder reiner Glättputz, besteht aus Wasser, Gips und Beimengungen von Weißkalk (Erhöhung der Geschmeidigkeit und Regulierung der Abbindezeit).

Gipssandputzmörtel, Verhältnis Gips:Sand 1:1 bis 1:3, Weißkalk zur Erhöhung der Geschmeidigkeit und Regulierung der Abbindezeit, als Innenputze, Deckenputze und Maschinenputze, vorwiegend Glättputz

Gipskalkputzmörtel, Gips:Kalk:Sand 1:1:3, im Innenbereich als Reib- oder Glättputz, schnelleres Abbinden als Kalkmörtel, größere Geschmeidigkeit als Gipsmörtel

Kalkgipsputzmörtel, Kalk:Gips:Sand typisch 2:1:4, meist Reibputz, langsameres Abbinden, höhere Geschmeidigkeit als Gipskalkmörtel

Gips-Leichtputze und Gips-Wärmedämmputze erhalten Zuschläge zur Verringerung des Gewichtes und der Wärmeleitfähigkeit und stellen Sonderformen dar.

Luftkalkhaltige Mörtel

gegebenenfalls gemischt mit schwach hydraulischen Kalken, für Innen- und bedingt Außenputze, einlagig oder zweilagig, gut wasserdampfdurchlässig, Feuchtigkeitsspeicherung und –abgabe ohne Festigkeitsverlust

hydraulisch gebundene Putze

Kalkmörtel mit hochhydraulischem Kalk, Eigenschaften ähnlich luftkalkhaltiger Mörtel, für Innen- und Außenputze geeignet, da stabiler gegenüber Feuchtigkeit

Kalkzementputz, ein- und zweilagig für Innen- und Außenputze, Vereinigung der Geschmeidigkeit des Kalks mit den hydraulischen Eigenschaften des Zements, dadurch höhere Festigkeit, aber spröder und wasserundurchlässig (Obacht bei der Verwendung auf dauerfeuchten Bauteilen), Neigung zur Schwindrissbildung, hauptsächliches Mischungsverhältnis Kalk:Zement:Sand 2:1:8-11

Zementkalkputz, ähnlich dem Kalkzementputz, jedoch höherer Zementanteil, entsprechende Eigenschaften

Zementputz, für hohe mechanische Anforderungen und zur Feuchtigkeitsabdichtung, Sand:Zement 3:1, eher im Innenbereich, da aufgrund der Schwindrissbildung und Sprödigkeit im Außenbereich u.U. gefährlich, oder: kleine Flächen, gut geplante Fugen, feucht halten während des Abbindens

Wärmedämmputze, Grobputze mit Leichtzuschlägen (natürliche oder künstlich geblähte Materialien statt Sand), hydraulische Bindemittel.

Silikatische Putzmörtel verwenden als Bindemittel Kaliwasserglas mit geringen Anteilen an Dispersionsbindern, sie werden als Dünnputze über einem Voranstrich mit verdünntem Bindemittel auf Beton oder einem Grobputz aus mineralischen Mörteln aufgebracht, sind wasserabweisend aber diffusionsoffen und leicht zu verarbeiten (Reib- und Streichputze)

Kunstharzputzmörtel, Bindemittel Kunstharz, Zuschlagstoffe Sand und Farbpigmente, Schichtstärke 1,5 – 10 mm, auf Beton oder Grobputz mit Voranstrich, auf Dämmstoffen mit Glasseidengitter als Bewehrung (Reib- und Streichputz), die Kh.putze sind zähelastisch, Schlag- und kratzfest, wasserabweisend, bedingt diffusionsoffen.

Sanierputze sind mineralische Putze mit Hydrophobierungszusätzen, meist wärmedämmend (ofenporig – hohe Verdunstungsfläche), gelöste Salze bleiben im Gefüge (rasches Abbinden) und können nicht an die Oberfläche (keine Ausblühungen), auf feuchten oder salzgefährdeten Untergründen.

Brandschutzputze, sollte einer der o.a. Putze nicht bereits eine ausreichende Verbesserung des Brandschutzes bewirken, können Putz mit unter thermischer Belastung aufschäumenden Zuschlägen (z.B.. Vermiculite) verwendet werden.

Edelputz

Sind fertige Putzmischungen, ev. eingefärbt, die ohne weitere Behandlung als Oberputz (Feinputz) für den Außenbereich geeignet sind

 

Putzweisen

Putzweisen sind die Verfahren, mit denen der Putz aufgebracht und seine Oberfläche bestimmt wird. Im Innenraum finden sich heute fast ausschließlich einlagige Maschinenputze, trotzdem sollen hier auch andere, vor allem im Außenbereich und in der Sanierung wichtige Putzweisen behandelt werden. Die Putzweise bestimmt außerdem die Haltbarkeit und die Verschmutzungsanfälligkeit des Putzes, wobei generell gesagt werden kann, dass verriebene und geglättete Putze erhöhte Rissanfälligkeit der Oberfläche zeigen (Bindemittel wird beim Herstellen vermehrt an die Oberfläche gezogen und führt zu erhöhtem Schwinden), raue Putze neigen stark zum Verschmutzen und bleiben oftmals an einzelnen Stellen lange feucht (Ausblühungen und Frostgefahr).

Geglätteter Putz wird mit der Kelle verrieben, ist gut geeignet für Anstriche, reißt jedoch leicht an der Oberfläche.

Reibputz wird gerieben (runde Bewegung) oder gestoßen (gerichtete Bewegung), Kleinstkorn 2 mm, Rillen durch das Verreiben der Großkörner.

Kellenputz, der frisch aufgetragene Feinputz wird mit der Kelle verstrichen (modelliert), meist fächer- oder schuppenförmig.

Spritzputz wird mit Ratsche oder Pistole in zwei Lagen über den verriebenen Feinputz aufgebracht.

Kratzputz wird durch Bearbeiten der frischen Feinputzschicht mit einer Kratzbürste in unterschiedlichen Feinheitsgraden erzeugt und nach dem Erhärten abgekehrt.

Waschputz, das Bindemittel wird vor dem Erhärten oberflächlich ausgewaschen.

Steinputz, durch steinmetzmässige Behandlung nach dem Aushärten (Stocken, Spitzen, u.dgl.)

Patschok, dünnflüssiger Mörtel wird angeworfen und mit dem Pinsel oder der Bürste verrieben.

Schlämmputz, mit Bürste oder Spritze aufgebracht, dünnflüssig, Struktur bleibt sichtbar.

Sgraffito, mehrlagige verschieden gefärbte Putzschichten, in die durch Kratzen und Schaben Zeichnungen eingebracht werden, wobei eben die unterliegenden Schichten zum Vorschein kommen.

Stucco Lustro, mehrschichtiger, insgesamt maximal 5mm dicker Putz aus Marmorsanden und Kalk, ev. eingefärbt, nachträglich bemalt, gebügelt und gewachst.

Fresco, Secco, Tempera sind auf den nassen oder trockenen Grund aufgebrachte Beschichtungen bzw. Kunstwerke oder kunsthandwerkliche Produkte, die eine bestimmten, auf die Bemalung abzustimmenden Putz benötigen, hier ist immer mit dem Auftragnehmer der Beschichtung eine Abstimmung durchzuführen.



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